Kleiner alkoholischer Ostergruß

Hand auf’s Herz, hast du schon einmal ernsthaft über deinen Alkoholkonsum nachgedacht? Also einmal für dich allein geschaut, wie oft du trinkst, warum du überhaupt trinkst, um welche Möglichkeiten es dich jetzt schon bringt und wie es dich am Ende das Leben kosten wird? Ja wirklich, hast du es einmal bis zum Ende durchdacht? Bis an jenem Moment, an dem dein Körper ohne Leben daliegt, ohne Not vor der Zeit tot aufgebahrt ist?

Vermutlich nicht, aber schauen wir einmal auf die Alkoholkultur. Nur kurz, gemeinsam. Das was normal ist, das ist im Prinzip das Problem, der ganz normale Wahnsinn eben. Der Tod auf Raten, leistbar für alle Einkommensklassen, vom Kasten Bier über den edlen Tropfen aus dem oberen Regel bis hin zum Fusel ganz unten im Trinkkarton.

Das Setup

Überall also der Alkohol. Gern schon am Arbeitsort nach geleistetem Tagespensum. Oder zwischen Arbeit und zuhause in einer netten Kneipe oder Bar noch mit einem Kollegen. Das ist soweit kein Alkohol, das ist ein kollegialer Brauch. Oder sofort nach der Arbeit zuhause. Das heimelige Bierchen bei Ankunft aus dem Kühlschrank. Das ist quasi kein Alkohol, das ist erstmal erfrischend. Der Umtrunk bei Geburt, Geburtstag, Konfirmation, Erwachsenwerden, Umzug, Verlobung, Heirat und Tod: alles normal, das muss, das ist kein Alkoholdinges, das ist einfach gesellig. Und seien wir ehrlich: Grillbier, Weinverkostung, Whisky-Tasting, das Likörchen mit dem Nachbarn, der Osterfeuertrunk, die lustige Bowle, der fruchtige Selbstaufgesetzte, der kühlende Cidre, das Mädelsabend-Hugodingens, das alles ist doch nur ein Problem, wenn man es dazu machen will. Nicht wahr …

Solange man nicht mitzählt, wer früh alt ist, wer keine 50 wird, wer erbricht, krabbelt, sich verletzt, unverzeihlichen Bockmist baut, Frau Mann Kinder Führerschein Job Existenz Hoffnung verliert, und Freund und Feind im Suff niederschlägt, solange kann kein Problem bestehen. Immerhin gibt es da die positiven Gegenbeispiele: Schwierige Leute werden schmusig und lustig. Normalerweise nicht so ganz passende Grüppchen finden ein funny gemeinsames Auskommen und … seien wir mal ganz ehrlich … echte Sorgen präsentieren sich in der Bier- Schnaps- Sektlaune als unechter Quatsch.

Komm schon, ist doch nur ein kleiner gemeinsamer Blick auf die Sache. Sicher hast du noch einiges zur Sache zu sagen. Einigen wir uns vielleicht einmal ein wenig in Richtung, dass Alkohol längst nicht nur auf Partys konsumiert wird. Sind wir doch so ehrlich und einigen wir uns auch einmal darauf, dass uns das lecker …chen (Bierchen, Weinchen, Likörchen, Sektchen, …, …) runter vom Stress bringt. So war das schließlich schon immer und das mit gutem Recht. Hat bei unseren Eltern funktioniert und geschadet hat es den doch auch nicht. Das Feierabendbier ist das, was vom Leben bleibt, das hat sich damals bekannt auch der Vater nach der Arbeit verdient gehabt. Ebenso Mutters Glas Wein zum Abendessen oder der gemeinschaftliche Absacker nach einem fülligen Abendmahl. Wer wagt es, auf guter Tradition herumzuhacken?

Ich nicht!

Das Problem

Aber, ich will doch mal kurz beschreiben, was Alkohol mit uns anrichtet, wo das Problem eigentlich ist. Und ich sage danach einmal kurz die Lösung an. Die ist nicht zwingend der Verzicht. Es gibt da einen Kompromiss. Aber dazu gleich mehr.

Zwei Fragen für dich selbst

  1. Was würden meine Freunde oder meine Familie denken, wenn ich keinen Alkohol mehr
    konsumiere ?
  2. Was bewirkt Alkohol in meinem Körper?

Ich unterstütze dich bei den Antworten. Zu ersten Frage kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass ich oft genug schräg angeschaut werde, wenn ich mir im Restaurant eine Cola light bestelle, anstelle von einem Glas Bier oder dem Gläschen Wein. Zur meiner Entschuldigung sei noch gesagt, dass der Hintergrund in meinem Fall ganz einfach ist: Alkohol schmeckte mir im Grunde genommen noch nie so richtig. Noch nicht einmal das Alkoholfreie lässt sich hier oder dort ohne Spott genießen.

Bei der zweiten Frage wird es wenig lustig. Und alles ist am Ende irgendwie tödlich. Leider. So ist das mit dem Alkohol und zumindest dann, wenn das Maß verloren geht.

Der Schaden, der durch Alkohol in deinem Körper entstehen kann ist immens. Einfach dadurch, dass Alkohol ein Nervengift ist. Ein absolut gesellschaftsfähiges Nervengift.

Wirst du dir dessen bewusst, ist es dann nicht merkwürdig, dass überall Alkohol im Spiel ist?
Immerhin verändert Alkohol die Persönlichkeit wie auch die Gesundheit. Passiert der „Genuss“ regelmäßig, dann geht es vor allem schnell runter mit der Leistungsfähigkeit. Kommt der Alkohol in den Körper, dann erobert er ihn auch Er gelangt quasi überall hin, passiert mit Leichtigkeit die Blut-Hirn-Schrank, geht also in den Kopp. Die verletzliche, weil aufeinander abgestimmte, Biochemie unseres Körpers wird ruiniert. Das Hochprozentige schädigt unsere empfindlichen Nervenzellen, beeinträchtigt alle Organe, folglich alle Körperfunktionen. Chronische Erkrankungen kommen aus diesem Grunde mit einer gewissen Verlässlichkeit beim regelmäßigen Alkoholkonsum. Ein paar Beispiele zum besseren Verständnis:


Bauchspeicheldrüse
Die Bauchspeicheldrüse liegt im Oberbauch, sehr schwer zugänglich das kleine Organ und zwei Aufgaben hat es: Zum einen produziert es Enzyme, Stoffe die dem Körper helfen, die Nahrung zu verdauen und Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen. Zum anderen produziert die Bauchspeicheldrüse Hormone, welche den Blutzuckerspiegel regulieren. Da Alkohol stark und ausdrücklich im negativem Sinn auf den Blutzuckerspiegel wirkt, kann es zu einer Unterzuckerung kommen. Und irgendwann, mit etwas Glück bzw. Pech, entsteht sie dann, die Bauchspeicheldrüsenentzündung(Pankreatitis). Langen übermäßiger Alkoholkonsum trägt nämlich Früchte. Ab diesem Zeitpunkt kann der Körper die ihm zugeführte Nahrung nicht mehr richtig verdauen. Unangenehmerweise ist die Entzündung der Bauchspeicheldrüse auch noch sehr schmerzhaft, man findet sich im Krankenhaus wieder. In den meisten Fällen erholt sich die Bauchspeicheldrüse, aber nur in den Fällen, in denen dem Alkohol abgeschworen und gesund gegessen wird. Wird der Absprung vom Alkohol nicht bewältigt, dann ist man Stück für Stück dem Ende näher als man vermutlich möchte.

Leber
Die Leber ist das einzige den Alkohol abbauende Organ. Muss sie das Nervengift abbauen, dann ist das für die Leber Schwerstarbeit, mit der Zeit erkrankt sie an ihrer Aufgabe. Zunächst verwandelt sie sich in die bekannte Fettleber, weil der Körper den Anreiz gibt, mehr Fett in die Leber einzulagern. In diesem Stadium noch könnte sich die Leber vollständig erholen. WENN die Sache mit dem Trinken aufhört. Geht die Party weiter und weiter, dann entsteht aus der Sache die Leberzirrhose. Wichtig zu wissen ist, dass die Leber keine Schmerzen kennt. Deswegen gibt es bis zu diesem Stadium häufig keinerlei Verdacht auf eine Leberzirrhose. Ein paar Symptome sind schon denkbar, aber seien wir ehrlich, das hat doch jeder einmal, also Müdigkeit, Appetitverlust und Infektanfälligkeit. Auf jeden Fall ist die Leber in diesem Stadium nicht mehr in der Lage ihren Job zu machen. Schlussendlich kommt es zum Tod, gern durch multiples Organversagen.

Krebs
Beim Abbau des Alkohols in der Leber entsteht eine schädliche und krebserregende Substanz mit dem Namen Acetaldehyd. Schwer auszusprechen, dafür aber dank Attacke auf die Zellmembranen sehr giftig und für Schäden im ganzen Körper verantwortlich. Folgen hier: Herz- Kreislauferkrankungen, viele mögliche Krebserkrankungen.

Herz
Alkohol hat nach Fett den höchsten Kaloriengehalt. Alkohol erhöht die Blutfettwerte und macht rein praktisch dick. Übergewicht ist der Grundstein für Herz-Kreislauferkrankungen, für Herzrhythmusstörungen, erhöhtem Blutdruck und den ungemochten Herzinfarkt.

Nährstoffmangel
Regelmäßige Trinker sind im Grunde schon nicht gerade die Kategorie Mensch, die sich um gesunde Ernährung kümmert. Deswegen sind Alkoholiker nicht gut mit essentiellen Nährstoffen wie Vitamin C, Vitamin D und den B Vitaminen ausgestattet. Totales Defizit auch bei den Mineralstoffen wie Calcium, Magnesium und Eisen. Der Verdauungsapparat wird durch den Alkohol gehemmt, immer weniger Nährstoffe finden zu ihrem Bestimmungsort im Organismus.

Es gibt den Totalverzicht. Und sogar einen Kompromiss.

Die Lösung

Mein Mann Eddi hat einmal ein Selbstexperiment durchgeführt. Ein ganzes langes Jahr trank er keinen Tropf Alkohol. Rückblickend eine spannende Zeit!. Auch dahingehend, dass wir uns auf jeder Party anhören mussten, dass wir Spielverderber seien oder Spießer. Wir wurden sogar gefragt, ob wir krank seien. Auch hat man mir regelmäßig eine Schwangerschaft aus diesem Grunde angedichtet. Immerhin wäre die Schwangerschaft wohl die einzige von allen tolerierbare Ausrede, keinen Alkohol zu trinken. Im harmlosesten Fall rollte unser Gegenüber einfach nur mit den Augen.

Aktuell sagen wir nicht Nein zum Alkohol, aber die Mengen sind kleiner geworden und die Regelmäßigkeit ebenfalls. Das ist praktisch schon die Lösung für jeden Genussmenschen, wenn es nicht um den totalen Verzicht geht. Es geht darum, den möglichen Kreislauf nicht zu bedienen. Bist du nämlich einmal in diesem Kreislauf gefangen, wo du immer mehr Alkohol brauchst, dann wird es äußerst schwierig sich daraus wieder zu befreien.

Und kannst du diese Praxis vom Nein oder vom Weniger einfach nicht durchziehen, weil vielleicht der Druck deiner Freunde zu stark wird, dann triff mal eine Entscheidung. Es gibt richtige Freunde und solche Freunde, die nicht gut für einen sind.

Warum also eigentlich nicht sofort bei der nächsten Party oder beim nächsten Abendessen auf Alkohol verzichten und zu alkoholfreien Getränke greifen, nach diesen ganzen Informationen?
Cocktails, Bowlen und Bier schmecken auch alkoholfrei. Klarer Kopf, frische Gedanken, kein Kater, kein Verkehrsunfall, volle Intelligenz.

Habe ich dich passend zu Ostern ein wenig zum Nachdenken gebracht? Mission erfüllt! 🙂

Deine Melanie

Vorheriger ArtikelAusgangsbeschränkungen für viele ein Dauerzustand
Nächster ArtikelGnocchi an grünem Pfannengemüse vegan à la gurunest
Ich bin mit Eddi verheiratet und Mutter unserer zwei erwachsenen Kinder. In den letzten Jahren entwickelte sich in mir der Wunsch, andere Menschen bei der Umsetzung zu einem gesünderen Lebensstil zu unterstützen. In meiner langjährigen Tätigkeit als zahnmedizinische Angestellte im Bereich der Prophylaxe war dies zwar immer schon ein Teil meines Lebens, aber ich wollte noch mehr Selbstständigkeit. So absolvierte ich im ersten Schritt eine Ausbildung zur Wellnesstherapeutin, gefolgt von einer Ausbildung zur veganen Ernährungsberaterin. Yoga wie auch Jogging sind Teile meines Alltags geworden. Meine Begeisterung für das Laufen führte dazu, dass ich gerne am Jogging interessierte Menschen unterstütze. Mit meiner Laufbegleitung und Laufberatung für Anfänger führe ich in das sportliche Laufen ein.

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here