Geschätzter Leser, schön dich zurück zu wissen auf unserer gedanklichen Reise für Geist und Gaumen in Erinnerung einer ehemals freien Welt. Nach Frankreich, USA und Italien beherbergt heute Griechenland unsere unsteten Seelen. Die Gesellschaft steckt fest in politischen Verboten, dem konditionierten Glauben an Big Pharma, fremdbestimmter Lebensregelung und Lebenskontrolle und dem Vergessen des Vorhandenseins unseres großartigen Immunsystems.

Diese kleine gedankliche Reise bleibt fortgesetzt eines unserer Mittel, um dem scheinbar einzigen Thema von da draußen zu entrinnen. Und sei es nur zwei Filme und einige Bissen lang. Fühl dich eingeladen, diese glücksame Reise mit uns zu gestalten. Hol dir die Filme auf dein TV, koch mal schnell nach. Nie treibt es uns zu wirklich komplizierten Rezepten. Wir sind einfacher Dinge Freund, wie wir auch der Suche nach dem Glück treue Fans bleiben.

Das menschgemachte Drama jährt sich

Das Unglück bei sehr vielen Menschen wird verstärkt durch die Perspektivlosigkeit, aber insbesondere auch durch die Dauer der politischen Verbote und der durch sie verursachten tragischen Folgen für zahllose Existenzen. Der allgemeine Lebensmut schwindet in der Welt, das zu hören verlangt einen Moment der Ehrlichkeit, der Ruhe. Eine Lösung für das Große kann es auch auf dieser kleinen Website nicht geben, jedenfalls nicht die große Welt betreffend.

Aber die unmittelbare Welt in Dir und direkt um Dich herum, die kannst du beeinflussen. Du bist ihrer Qualität Bereiter. Entsagst du dich nach und nach der Angst, wird dein Geist klar und ist dein Denken besetzt von Liebe und Mitgefühl, dann reagiert dein Umfeld. Alle Dinge, belebt oder unbelebt, wollen beachtet werden. Werden die Dinge mit Liebe und Mitgefühl betrachtet, dann blühen sie auf. Alle Dinge.

Griechenland oh Griechenland

Die sogenannte Griechische Staatsschuldenkrise war ein famoser Indikator der Sicht jeweiliger Betrachter auf die Welt. Wie hälst du es mit dem Kapitalismus? Diese Frage konnte gedanklich oft dem Kommentar ausländischer Beobachter vorgeschaltet werden. Was wurden sie verunglimpft, die Bürger Griechenlands. Das allgemeine Stimmungsbild beleidigte die Griechen als bequem, langsam, faul und korrupt. Als wenn Deutschland weniger korrupt geriete. Griechenlands Schicksal wurde mit der Fremdverwaltung gestraft, Ratingagenturen besiegelten Armut und Verzweiflung.

Selbst war ich dem Thema fern, da ich keinen derart Betroffenen aus Griechenland kannte. Nichtsdestotrotz kam ich nicht umhin, das allgemeine und gegen die Menschen Griechenlands gerichtete Meinungsgemenge mit zunehmender Abneigung zu registrieren. Ähnlich wie in unseren aktuellen Zeiten griff die Indoktrination auch damals in dieser bestellten Krise. Was vormals gut genug war für die Tage des Urlaubs, wurde meinen deutschen Mitmenschen nun eine vermeintlich gute Steilvorlage für Hohn und Spott. Ein Leben für das gute Sein und nicht für die Arbeit, die Freiheit gegenüber dem Sekundenzeiger und vielleicht auch die unter lachender Sonne eher beheimatete lockerere Sicht auf das Weltgeschehen, da war plötzlich die ätzende Häme auf die Griechen noch das Harmloseste.

Mitgefühl wurde ausgesprochen, immerhin hungerten echte Menschen, Kinder wurde in der Not in Heime gegeben, Menschen kamen nicht mehr an das Geld ihrer Konten. Währenddes blieb das Gemurmel nicht zu überhören: „Das musste ja so kommen“ und „Mittagsschlaf und Schnaps erhalten kein Wirtschaftssystem“. Ich höre es jetzt noch. Aber wie gut ist eigentlich jenes Modell unseres Wirtschaftssystems? Also das Festmachen der Gesundheit eines Landes an der kontinuierlichen Steigerung seiner Wirtschaftsleistung. Wohin hat diese als Prosperität gedachte Entwicklung geführt? Tatsächlich nur zu einer immer mehr uniformen und von Wirtschaftsinteressen gelenkten Welt ohne jede ernstgemeinte Rücksicht auf alle anderen Lebewesen und die uns umgebende Natur.

Im Yoga leitet Svadhyaya zur Introspektion. Im Selbststudium gilt es, eigene Worte, aber auch eigenes Denken zu Gewichten. Vorurteile erkennen, Vorurteile auflösen. Die Maßgaben sind recht einfach beschaffen: Ist mein Denken friedvoll? Ist mein Denken von Mitgefühl geprägt? In welche geistigen Fallen bin ich gelaufen? Dergestalt bleibt kein Raum für Häme auf irgendeine „gescheiterte Wirtschaftsnation“, es bleibt nur Mitgefühl mit denen, die da urteilen und die da nicht sehen wollen.

Ein Bild von Griechenland

Alles betreffend haben wir ureigenste Bilder vor unserem geistigen Auge. Mir selbst war Griechenland als Kind ein am Strand tanzender Anthony Quinn als Alexis Sorbas, ein als glanzvoller Tycoon Socrates Onassis brillierender Anthony Quinn. Griechenland waren die von den Eltern im griechischen Grillrestaurant bestellten und übervoll servierten Fleischplatten. Es war die Süße der von unserer griechischen Nachbarin kredenzten Kataifi und Baklava. Später im Leben sollte es Telemachos‘ Suche werden, in einer Nebenhandlung von Homers Odyssee, wie sie für mich zur Haupthandlung geriet.

Wie immer, so machen sich die Dinge letztlich an den Menschen fest, spezieller noch: wie wir ihnen begegnet sind. Allesamt sind wir zutiefst soziale Wesen, dem folgend erinnern wir unsere Erfahrung mit Menschen, sie werden Teil unserer Welterfahrung. So individuell das gerät, so sehr prägt es uns. Seien es die langjährigen griechischen Nachbarn meiner Kindheit, seist du es, unvergessener Freund aus Köln.

Sonne auf der Zunge: Griechische Zitronen-Hähnchen-Suppe vegan

In den Wochen unserer Flucht ohne Ketten erlebten wir mit Verzückung das Thema Suppe neu. Ob robust amerikanisch oder wie mit der Minestrone als der veganen Zunge Vorgeschmack auf den Himmel. Wir fordern klar: Die Suppe muss in unser aller Leben wieder präsenter werden. Vielleicht auch als Hauptmahlzeit. Aber nicht heute. 😉

Der Bloggerin Rino verdanken wir dieses köstliche Rezept, dessen bloßer Name schon zum Schmunzeln verleitet. Leider haben die opulent ausgestatteten Webbrowser unserer Tage noch keine Geschmacks- und Geruchsfunktion, denn allein das Zitronenaroma in der Flüssigkeit und in den Kratharaki rettet den Moment, lässt dich auf die sinnlichste Art im Jetzt ankommen, dem einzigen Ort des Lebens. Wir haben das Rezept 1:1 nachgekocht, keinerlei Mods und Cheats, gleichwohl gerät das Ergebnis höchstköstlich. Sonne auf der Zunge, und das nimm bitte wörtlich! Liebe Freunde, das gibt abermals die volle yogische Punktzahl! 🙂

Xenia, Griechenland 2014

Die Internet Movie Database benennt ein Filmbudget von unfassbaren 1500 EUR für die Produktion. Ob das so stimmt, sei zurecht bezweifelt, es wird eine Fehlangabe sein. Trotzdem hat der Film vermutlich auch nicht mehr gekostet wie ein Mittagessen fürs Drehteam einer Avengers Produktion.

Zwei Brüder, gezeichnet an den Rand der Gesellschaft, suchen ihren Vater in Griechenland. Einen Vater, wir er sie verleugnen wird. Der Jüngere von den beiden ungleichen Kindern einer albanischen Mutter ist noch ein paar Wochen 15 Jahre alt und unübersehbar schwul. Und so liefert der Film Erwartbares in den ärmeren Straßen Athens. Das Arrangement bleibt einfach, das Schauspiel ebenso. Und doch erweist sich der kleine Film seiner zwei Stunden würdig. Am Ende gewinnt die gelungene Mixtur der Darstellung von Armut, dummer Homophobie und einer traumhaft schillernden musikalischen Szene auf dem Meer.

Die Erinnerung an das Italien der letzten Woche kommt nicht von ungefähr. Warum nur sind wir der Musik so verbunden? Und warum nur, Wink des Kosmos, erinnert Dany voller Melancholie die Leidenschaft seiner Mutter für italienische Musik und für Raffaela Carras? Für jene Interpretin von „A far l’amore comincia tu“ im letztwöchigen „La grande belleza“?

Grießkuchen mit Orange als unseres Kaffees griechischer Gastgeber

Eure crazy Yogis aus dem Gurunest erkennt ihr ja zuverlässig an der Lust am Kuchen. Auch in Griechenland, hier bleiben wir uns einig, braucht es lecker Kuchen zum Kaffee. Den von uns nach diesem Rezept kredenzten Hüftpolsterer haben wir insofern verändert, als dass wir am Zucker sparten. Von den 375g haben wir einfach mal 100g abgezogen und er ist immer noch süß genug, bei Weitem sogar. 🙂

Zimt und Koriander (OT: Politiki kouzina), Griechenland 2003

Mit einem idealisierten Konstantinopel beginnt eine kleine Geschichtsstunde und mittendrin der kleine Fanis. Sein Großvater, ein Gewürzhändler wie lebensnaher Philosoph, lehrt seinen Enkel das Wissen um Gewürze, assoziiert es für alle Zeit mit den Geschicken unseres Seins. „In jedes Essen gehört Salz“, so wird es uns eingeprägt, im Dachlager des kleinen Ladens.

Jahrzehnte später lehrt der Astronom Fenis in Athen, doch ist seines Herzen Berufung für alle Zeit das Kochen. Im Tumult von typisch griechischen Famlienklischees passiert die Süße der Sehnsucht nach der frühen Liebe. Was bleibt, ist das Salz unerfüllter Liebe.

„Zimt und Koriander“ ist alles andere als vegan, dafür geht schlicht zu viel Tier durch den Schmortopf. Sehenswert bleibt er dennoch. Amüsant und urteilsfrei lebensleicht gerät Fanis‘ Unterschlupf im Bordell. Herzerwärmend auch die Marotte der alten Herren, wenn sie denn nach dem Weg gefragt werden. 🙂

Mezés mit Brot und gutem Olivenöl

Ob Tapas, Antipasti, Häppchen oder Mezés, immergleich ringen kleine fingergerechte Häppchen um das Einswerden mit deinem Nahrungskörper. Denn denk dran, du bist was du isst. Und im Yoga sprechen wir immerfort vom Nahrungskörper, denn ab deiner ersten Zelle bist du das Produkt von Essen. Jeder Teil deines Leibes entspricht deiner zurückliegenden Nahrung.

Ist Nahrung nicht pflanzlich, sondern besteht sie aus anderen Tieren oder der Muttermilch anderer Tiere, dann ergibt sich ein Dilemma. Es ist die Sache mit der Gewaltlosigkeit. Es ist die Sache mit dem Karma. Im Yoga leben wir Gewaltlosigkeit, Ahimsa, und ein Bissen als Derivat von Leiden und Tod ist mitnichten gewaltlos. Delegieren wir Kasernierung, qualvolle Enge, Kindeswegnahme (Kuhmütter und Kälber, siehe dieser Artikel) und die Ermordung in Schlachthäusern arbeitsteilig einfach an andere Menschen, so ist das Outsourcing nicht des Dilemmas Auflösung. Jenseits der Entscheidung zum pflanzlichen Essen, der Nahrung ohne Tierleid, gibt es keine Gewaltlosigkeit.

Die Qualität unserer Präsenz profitiert insbesondere von nachhaltig richtigen Entscheidungen. Die Yamas und Niyamas des Yoga sind eine uralte Handreichung zum Weg ins Licht. Und so sind wir Menschen entscheidungsfähig. Wir können nahezu alles essen was wir sehen, und dieser Umstand gerät zur Verdammnis unseres Seins. Aber einheitlich gilt es nichts Großes zu leisten im Leben, nichts zu erreichen. Yoga lehrt uns, mit klarem Geist zu sehen und nach den richtigen Entscheidungen zu streben.

Frisches Brot mit bestem grün-schwerem Olivenöl, unter lachender Sonne getrockneten Tomaten, gewürztem Reis in Weinblättern, kräuterliebkosten Oliven, unserem Zaziki vegan à la gurunest, prima „Like Gyros“ von Like Meat und eingelegten Champignons, so gestaltet sich Genuss ohne Tierleid. Ahimsa.

An dieser Stelle feiern wir übrigens nochmals das Verkaufsteam vom Köstlichkeitenstand am Ausgang vom Marktkauf in Münsters Stadtteil Gievenbeck. Die beiden Herren dort sind immer sehr freundlich, geizen nicht mit Proben und sie verschaffen gekonnt ein ums andere Mal unseren geschundenen Portemonnaies ein wenig Freiraum. Dem lecker köstlichem Fingerfood sei Dank können wir ihnen trotzdem niemals böse sein. 🙂

Nächster Halt unserer Weltreise: Indien

Nun werden wir eine Woche verweilen und eine Fastenkur zelebrieren. Wir kommen dem Ursprung um so vieles näher, wenn wir ab und an das Grundlegende mit Bewusstsein steuern. Sei es das Atmen mit der bewussten Atemverhaltung, sei es das Essen mit dem Fasten. In zwei Wochen dann ist er wieder in der Luft, der klimaneutrale yogische Flieger im Dienste unserer Weltreise. 🙂

Unsere nächste Station ist ohne Zweifel ein riesiges Land. Mehrere Zeitzonen, mehrere Klimazonen, 1,4 Milliarden Einwohner, 23 offizielle Sprachen, unzählige Gottheiten und das Diktat des Bauchgefühls machen Indien so besonders. Folge uns auf unserer nächsten Etappe in das Motherland of Yoga. Wir werden auch für dich in gekannter Manier zwei wunderbar verrückte Filme sondieren und lecker veganes Schlemmen mit Lokalkolorit zelebrieren. Versprochen!

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Ich bin Eddi, ein in den frühen Siebzigern in Bosnien-Herzegowina geborenes und mittlerweile sehr spirituelles Exemplar Mensch. Der Website gurunest.com diene ich als Co-Autor und dem Gurunest Podcast als Sprecher. Die gemeinsame Schnittmenge zwischen meinem alten und meinem neuen Leben sind meine Ehefrau Melanie und unsere zwei erwachsenen Söhne. Aber sonst haben sich die Dinge mittelprächtig radikal verändert. Früher noch bestanden meine intellektuellen Interessen vorwiegend aus Computern, Computernetzwerken, Raumfahrt und Wissenschaftsgeschichte. In dieser Zeit waren für mich die Worte "Esoterik" und "Spiritualität" noch klar negativ besetzt. Dann passierten drei Dinge mit größtem Veränderungspotential in meinem Leben: Zunächst mit dem Veganismus, dann mit den Lehren Buddhas fand ich zum Mitgefühl. Dann folgte Yoga. Das Yoga führte zur Antwort auf alle Fragen.

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