Meine hier veröffentlichten Artikel sind Produkt meiner Erlebnisse, und je älter ich werde, um so mehr habe ich zu berichten. Das passiert auch vor dem Hintergrund meines vollzogenen Perspektivenwechsels.

Meine vegane Lebensweise trägt ganz sicher dazu bei, dass ich gewisse Dinge im Alltag längst schon anders sehe als meine Freundinnen. Und anders, als all die anderen Mitmenschen um mich herum. Diese Verschiebung im Sehen derselben Realität ist der Ursprung meiner Beiträge hier auf auf meiner Website. Sie sind aus dem Leben gegriffen! Und seien wir ehrlich, das Leben bietet bei genauem Hinsehen reichlich Material zur näheren Betrachtung.

Das Wort „Überzeugen“ wird häufig gegen Veganer genutzt. Das lasse ich jetzt mal völlig außer Acht. Ich will dich wirklich immer davon überzeugen, gesund und vegan zu leben. Das ist mir eine wichtige Sache. Hier gibt es schließlich nur Gewinner. Dich und deine Gesundheit, die nicht mehr für dich leidenden und sterbenden Tiere, und letztlich unsere Umwelt.

Die Aussagen zweier Freundinnen, beide könnten sie in ihrem Naturell nicht unterschiedlicher sein, brachten mich schlussendlich für diesen Text an die Tastatur. Die eine Freundin schickte mir ein Foto von ihrem frisch im Discounter ergatterten veganen Eierlikör, mit einem fett grinsendem Smiley.

Die andere Freundin schickte mir ein Foto mit gefärbten Hühnereiern. Der Kommentar dazu war: „ (…) die farbenfrohen Eier brauche ich zu Ostern, sonst ist es für mich kein richtiges Osterfest“.

Oft schon habe ich darüber nachgedacht, es sei an der Zeit, mal das Hühnerei und die Hölle dahinter unter die Lupe zu nehmen. Jetzt ist sicherlich der richtige Zeitpunkt dafür. Treibend war natürlich die Aussage meiner Freundin. Ihre bunten Hühnereier und ihr keineswegs lustiges Statement sorgten bei mir für Erschaudern.

Wenn ich mit dem folgenden kurzen Einblick über die Hühnereiproduktion fertig bin, dann frage ich mich: Kann es dann unter den Lesern wirklich noch Menschen geben, die weiter bereitwillig Eier zu essen bereit sind? Wirst du, lieber Leser, dann noch ein Ei essen können? Bist du dann noch weiterhin jemand, der es zulässt, dass allein in Deutschland über 40 Millionen Hühner in teils qualvoller Gefangenschaft vegetieren? Lass es mich bitte wissen!

Ich glaube, viele Menschen wissen nicht besonders viel über Hühner. Ebensowenig, wie das Hühnerei überhaupt auf ihren Esstisch kommt. Lass mich dir heute kurz was übers traurige Hühnerleben erzählen.

Wusstest du, dass ein Huhn eine ganz eigene Persönlichkeit hat? Ich meine, so wirklich wie du und ich? Sie haben eigentlich eine Lebenserwartung von ungefähr 10 Jahren. Hühner mögen Musik. Manche von ihnen sind ängstlich, andere wiederum sind neugierig und manche suchen sogar die Nähe des Menschen. Genau wie alle anderen fühlenden und denkenden Lebewesen ist jedes einzelne Huhn ein ganz besondereres Individuum.

Hühner lieben die Gesellschaft unter ihresgleichen. Sie leben die Gemeinschaft und so kennen sie ihren Platz im sozialen Gefüge ihrer Gruppe. Sie pflegen ihre Freundschaften, sie unterhalten sich.

Eine Mutterhenne bringt ihren Küken Laute bei. Damit beginnt sie bereits, bevor das Küken überhaupt geschlüpft ist. Zwangsläufig muss ich hierbei den Vergleich zu uns menschlichen Frauen ziehen. Ich denke dabei auch an meine Statements in Ausgangsbeschränkungen für viele ein Dauerzustand und in Die Milchkuh. Nicht sehen wollen, nicht hören wollen.

Ich bin eine zweifache Mutter und als Mutter fühle ich mich mit anderen Müttern verbunden. Mit allen Müttern.

Hühner empfinden Schmerzen, natürlich tun sie das, und mit dieser Überleitung komme ich jetzt zu dem nicht so angenehmen Teil dieses Artikels. Viel lieber würde ich es bei dem schönen Teil belassen und dir weiter vorgaukeln, dass die Hühner mit ihren Hähnen auf einer schönen grünen Wiese herumlaufen können und dort scharren und picken. So lange, wie es ihnen beliebt. Leider sieht die Realität so ganz anders aus.

Vom Menschen, und vom Konsumenten des Hühnereis, werden Hühner eingepfercht und zu Hochleistungs-Legehennen gezüchtet. Die Tiere werden übrigens gleich nach ihrer Geburt nach Geschlecht sortiert. Und aussortiert! Männliche Küken sind für die Ei- Industrie wertlos. Sie werden noch an ihrem Geburtstag vergast, erstickt oder geschreddert. Es sollte jedem von uns die Tränen in die Augen treiben.

Jedes Jahr sterben so Millionen Küken einen grausamen Tod. Weniger Wertschätzung kann das Leben überhaupt nicht erfahren. Und hier kurz eine ganz persönliche Bitte: Tröste dich nicht damit, dass du auf Bio-Eier bestehst. Erspare dir diesen Selbstbetrug.

Den weiblichen Babys werden ohne Betäubung, und somit unter grauenvollen Schmerzen, die Schnabelspitzen abgetrennt. Es gibt dafür verschiedenste Methoden. Eine Variante ist eine Apparatur mit rotierenden heißen Klingen. Man kann sich nur schwer vorstellen, welche Schmerzen dieser Eingriff hervorruft. Aber das Mitgefühl sollte hier schreien. Dieser brutale Eingriff wird übrigens durchgeführt, damit die Küken sich auf engstem Raum nicht gegenseitig verletzen. Schließlich sind ihre nächsten 12 Lebensmonate eine Tortur.

Durch die menschliche Züchtung legt ein Huhn ungefähr 300 Eier im Jahr. Damit dies geschehen kann, werden die Hühner mit Hormonen behandelt. Normalerweise, dass heißt so wie es von der Natur vorgesehen ist, legt ein Hund etwa alle 28 Tage ein Ei. Jawohl, ein einziges Ei. Und richtig geraten, es entspricht dem Menstruationszyklus des weiblichen Huhnes.

Der Grund für das Ei ist die Fortpflanzung zwischen Huhn und Hahn. Grund für das Hühnerei ist hingegen nicht, dass der Mensch jeden Morgen sein Frühstücksei erhält.

Für die Hühner hat die kräfteraubende Züchtung immense gesundheitliche Auswirkungen. Sie sind völlig ausgemergelt, sie haben geschwächte und entzündete Körper. Im grenzenlosen Stress verlieren sie ihr Federkleid. Folglich und schließlich, nach ungefähr einem Horror-Jahr, sind diese Wesen völlig am Ende. Dann lässt auch ihre „Legeleistung“ nach.

Genau wie du als Mensch wird das Huhn als fühlendes Säugetier in das Leben befördert. Wir Menschen sorgen dafür, dass dieses Leben aus einem Höllenjahr der Ausbeutung besteht. Und ich sage es dir, es ist meine feste Überzeugung: Auch nach diesem Jahr ist das Huhn im Grunde noch ein Baby. Völlig ausgebeutet ist das eigentlich noch junge Wesen unwirtschaftlich geworden. Jetzt kommt es ins Schlachthaus. Dort in dieser Tötung wird dem Huhn die Kehle aufgeschnitten. Oft bei vollem Bewusstsein.

Jeder Deutsche isst ungefähr 230 Eier jährlich! Wirst du auch weiterhin einer von Ihnen sein?

Tipp: Der weiter oben von mir erwähnte vegane Eierlikör meiner Freundin zeigt es nochmals ganz glasklar: Es gibt in der veganen Welt alle Genüsse. Verzicht gibt es wegen der bewussten Entscheidung zu Mitgefühl und somit Sinn im Leben überhaupt gar keinen.

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Ich bin mit Eddi verheiratet und Mutter unserer zwei erwachsenen Kinder. In den letzten Jahren entwickelte sich in mir der Wunsch, andere Menschen bei der Umsetzung zu einem gesünderen Lebensstil zu unterstützen. In meiner langjährigen Tätigkeit als zahnmedizinische Angestellte im Bereich der Prophylaxe war dies zwar immer schon ein Teil meines Lebens, aber ich wollte noch mehr Selbstständigkeit. So absolvierte ich im ersten Schritt eine Ausbildung zur Wellnesstherapeutin, gefolgt von einer Ausbildung zur veganen Ernährungsberaterin. Yoga wie auch Jogging sind Teile meines Alltags geworden. Meine Begeisterung für das Laufen führte dazu, dass ich gerne am Jogging interessierte Menschen unterstütze. Mit meiner Laufbegleitung und Laufberatung für Anfänger führe ich in das sportliche Laufen ein.

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