Ausgangsbeschränkungen für viele ein Dauerzustand

Die wegen Corona durch die Politik diktierten Ausgangsbeschränkungen treffen viele von uns spürbar hart. Großeltern dürfen ihre Enkel nicht mehr sehen. Söhne und Töchter dürfen die kranke oder gar sterbende Mutter nicht im Krankenhaus besuchen. Viele große und kleine Tragödien spielen sich zur Zeit ab. Ein Ende ist gegenwärtig nicht klar abzusehen.

Nutzen wir vor diesem Hintergrund einmal den Moment für ein klein wenig Empathie. Nehmen wir uns selbst einen kurzen Augenblick zurück und schauen wir für einen Moment auf die Situation unserer Mitlebewesen.

Für viele unter uns sind Ausgangsbeschränkungen unbegrenzt

Und genauer: Blicken wir bitte einmal auf das Leben der Schweine in der Massentierhaltung. Allein in Deutschland werden ungefähr 27 Millionen bedauernswerte Schweine zum Zweck der Fleischproduktion gehalten. Schweinefleisch ist nach wie vor die beliebteste Fleischsorte in Europa. Übrigens schaudert es mich schon beim Wort „Produktion“. Tatsächlich handelt es sich bei Schweinen nicht um Dinge, sondern sie sind natürlich und vollumfänglich fühlende, denkende, wie auch ausgeprägt soziale Lebewesen. Sie sind in diesen Produktionsstätten in einem System gefangen, in welchem es primär um die Kosten-Nutzen-Rechnung geht, der Tierschutz gerät in diesem Zusammenhang und aus meiner Sicht zum Witz. Hier werden keineswegs Tiere geschützt. Würden wir die Tiere schützen wollen, dann stünde die sofortige Freilassung an.

Manche von den Schweinefleischessern wissen es gar nicht so genau: Schweine sind soziale Wesen. Sie sind deutlich intelligenter als Hunde. Und sie zeigen sich gern von einer sehr verspielten Lebensart, wenn der Mensch sie lässt. Sie lieben ihren Nachwuchs innig. Fürsorgliche Sauen bauen Nester für ihren Nachwuchs. Da gäbe es noch so vieles mehr aufzuzählen.

Vom Leben in Produktionsstätten

Ist die Sau 7 Monate alt ist, dann wird sie zum ersten Mal künstlich besamt. Dazu wird sie im Kastenstand eingesperrt, in welchem sie für mindestens vier Wochen zu verbleiben hat. In dieser verdammenswerten Zwangsapparatur kann sich die Sau nicht umdrehen, denn die Schwangerschaft soll erhalten bleiben.

Vor wie auch nach der Besamung geht das Trauerspiel selbstredend immer weiter. Der Alltag in der Massentierhaltung bringt es nämlich mit sich, dass die Schweine regelmäßig Schmerzen haben. Sie leiden nicht nur an mangelnder Bewegungsfreiheit, sondern auch an Hautschäden, Bissverletzungen, Atemwegserkrankungen und Verletzungen an den Klauen. Der Kinderwurst und dem Schinkengriller sieht man das hinterher natürlich nicht an.

Ungefähr eine Woche vor dem Geburtstermin wird die Sau in den Abferkelstall gebracht. Dort wird sie erneut für etwa fünf Wochen in den engen Kastenstand gesperrt. In dieser Zwangshaltung hat sie ihre Ferkel zur Welt zu bringen. Bewegen kann sich die Sau schon aus Gründen der Kalkulation nicht, schließlich will die Fleischindustrie die Sterberate bei den Ferkeln gering halten. Diese können übrigens an die Zitzen ihrer Mutter, aber sie kann sich darüber hinaus nicht um ihre Babys kümmern. Hier ist nicht die Mutter mit ihrer Fürsorge und ihrem Schutzinstinkt gefragt, hier wird ein Lebenwesen zum Gebärautomaten degradiert.

Eine Zuchtsau wird in ihrem kurzen Leben, welches gerade einmal 3 Jahre andauert, hin- und hergeschoben zwischen Besamungsstation und Abferkelstall. Ein paar Wochen nach der Geburt ihrer geliebten Ferkel ereilt sie dann das vom Menschen diktierte Schicksal: Ihre Babys werden ihr weggenommen und es geht bestenfalls von vorn los. Das Schweineleben ist nichts als ein Zyklus aus künstlicher Besamung, Trächtigkeit, Geburt und Säugezeit. Das Schweineleben ist eine Tortur.

Ein menschgemachter Zyklus, der so lange anhält, wie die Produktionsleistung der Sau nicht nachlässt. Nach wenigen Jahren qualvoller Existenz sind die Sauen so ausgelaugt, dass für sie allein die Tötung im Schlachthof vorgesehen ist. Mit unfassbaren Qualen und Ängsten während des Transports hin zu ihrem Tod. Die Angst ist so groß, dass viele Schweine bereits während ihres Transports zur Tötungsstelle am Herzinfarkt versterben.

Ach ja, eine Sache noch: Die natürliche Lebenserwartung von Sauen beträgt übrigens 10 Jahre. Aber 20 Jahre und mehr sind auch möglich.

‚Unsere‘ Schweine haben keine Wahl. Ob sie ihren Stall verlassen dürfen oder nicht. Ihnen bleibt keine Perspektive auf Besserung ihres fremdbestimmten Schicksals. Für sie gibt es nur Freiheitsentzug, Leid, Kindeswegnahme, Tötung.

Ein Virus ist nicht das Todesurteil der Schweine. Es sind die Menschen.

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Ich bin mit Eddi verheiratet und Mutter unserer zwei erwachsenen Kinder. In den letzten Jahren entwickelte sich in mir der Wunsch, andere Menschen bei der Umsetzung zu einem gesünderen Lebensstil zu unterstützen. In meiner langjährigen Tätigkeit als zahnmedizinische Angestellte im Bereich der Prophylaxe war dies zwar immer schon ein Teil meines Lebens, aber ich wollte noch mehr Selbstständigkeit. So absolvierte ich im ersten Schritt eine Ausbildung zur Wellnesstherapeutin, gefolgt von einer Ausbildung zur veganen Ernährungsberaterin. Yoga wie auch Jogging sind Teile meines Alltags geworden. Meine Begeisterung für das Laufen führte dazu, dass ich gerne am Jogging interessierte Menschen unterstütze. Mit meiner Laufbegleitung und Laufberatung für Anfänger führe ich in das sportliche Laufen ein.

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