Vom Screening des Dokumentarfilms Dominion mit „Vegan ist ungesund“ an der FH Münster

Hallo in die Runde, mein Name ist Henning und dies ist mein erster Artikel hier auf der gurunest.com Website. Als Teil unseres veganen Freundeskreises hier in Münster schätze ich sehr den Austausch von leckeren Rezepten, die Gespräche über Sport und Yoga, sowie insbesondere auch all die Infos um die Pflanzenkraft, wie sie so umfangreich nur in der Gruppe sein können.

Wie ich vom Screening erfuhr

Unsere Mit-Veganerin und angehende Oecotrophologin Alexandra brachte dann auch die Einladung zu einem besonderen Event am Donnerstag den 16. Januar auf den Tisch. Der australische Dokumentarfilm „Dominion“ mit seiner schonungslosen Darstellung von Tierqual in der Lebensmittelindustrie aus dem Jahr 2018 wurde zum Gegenstand des Screenings mit den besonderen Gästen dieses Abend: Gordon und Aljosha von Vegan ist ungesund. Über die beiden hocherfolgreichen und auch in anderen Medien mittlerweilen stark präsenten YouTuber wurde übrigens auch hier letzten Monat im Artikel „Worum es im veganen Sein geht“ berichtet.

Auftakt und etwas Hochglanz aus deutschen Schlachtbetrieben

Zu Beginn des Events im Hörsaal D 027 stellte Prof. Dr. Titgemeyer, welcher gemeinsam mit Sebastian Nowicki den Abend organisiert hat, kurz den Ablauf vor. Anschließend übergab er das Mikrofon ans Duo von „Vegan ist ungesund“.

© Henning Trumpp. Mit freundlicher Genehmigung von Gordon und Aljosha.

Souverän stellten sich Gordon Prox und Aljosha Muttardi nochmals kurz ihrem Publikum vor, obwohl es im Raum wohl keine Seele gegeben haben dürfte, die die beiden humorvollen Fürsprecher des Veganismus noch nicht kannte. Auch sie beide brachten ein paar Worte zum Ablauf der Veranstaltung und nach einer kurzen Diskussionsrunde folgte die Vorführung zweier Filme.

Zuerst wurde der nun schon einige Jahre alte Fernsehreport von Frontal 21 über Tönnies gezeigt, einem der größten Schlachtbetriebe in Deutschland. Dann folgte alsbald der Haupfilm, der den wahren Umgang mit Tieren („Nutztieren“) zeigt.

Ein mit Mitteln der Spionage gemachter Dokufilm zum Wachrütteln

„Dominion“ ist eine australische Dokumentation, die im Gegensatz zum zuerst gesehenen Werbefilm der Schlachtbetriebe die Realität in der heutigen, sogenannten ‚modernen Tierhaltung‘ im Detail zeigt. Das mittels Drohnen und versteckten sowie tragbaren Kameras aufgenommene Film-Material stellt die Herrschaft der Menschen über das Tierreich in Frage.

Der Film erforscht den Umgang mit Haustieren, Wildtieren, Tieren in der Forschung, in der Unterhaltung (Zoo/Delphinarien…), bei der Herstellung von Kleidung, Schuhen und Nahrung.

Die Aufnahmen sind schockierend und zeigen schonungslos die tier-verachtenden Zustände in der Erzeugung von massenhaft vermarktetem Billig-Fleisch und die Zusammenhänge mit der Co-Vermarktung von Leder, Schlachtabfällen, Fellen, Federn und Wolle, die die niedrigen Preise für die Fleisch-Abteilung der Verkaufsstellen erst möglich machen.

Gezeigt werden auch die schädlichen Folgen für die Umwelt, die Vergiftung von Luft, Boden und Grundwasser beim Einsatz von Schadstoffen und Düngemitteln,

Viele Praktiken, wie das Schreddern von Küken, oder das Züchten von Schafen mit besonders viel Wolle, das die Tiere anfällig für Befall von Schädlingen in den Hautfalten macht, oder die Tötung durch Begasung, Bolzen-Schussgeräten und Strom, was nicht wirklich schmerzfrei erfolgt, zeigen das Grauen in dieser Industrie.

Dies kannte offensichtlich nicht jeder Zuseher an diesem Abend. Manche Menschen weinten, andere konnten es nicht mehr aushalten und sie verließen den Raum. Im Einzelfall auch, um den letzten Döner zu erbrechen.

Die Doku „Dominion“ ist auf der offiziellen Website dominionmovement.com übrigens in ihrer vollen zweistündigen Länge als YouTube-Einbettung anzusehen. Auch weiter unten am Ende dieses Artikels kann der in Punkten Aufklärung, Meinungs- und Wertebildung maßgebliche Dokumentarfilm hier gesehen werden.

Diskussionsrunde mit Gordon und Aljosha

Der Hörsaal war, bis auf einige wenige Plätze, voll mit vielen Studenten aus unterschiedlichen Fachbereichen. Darunter befanden sich interessanterweise auch einige ältere Leute. Der Film war etwas gekürzt, sodass noch Zeit blieb für eine Diskussion, in der Erfahrungen ausgetauscht und Fragen an die Jungs von Vegan ist ungesund gestellt werden durften.

© Henning Trumpp. Mit freundlicher Genehmigung von Gordon und Aljosha.

Mit Details der angeregten Diskussion will ich hier nicht groß aufwarten. Manche wichtige Dinge, entscheidende Prozesse, passieren nur im richtigen Leben vor Ort, in der Gemeinschaft. Deswegen machen solche Events absolut Sinn. Dort hinzufahren gibt uns viel mehr Antrieb, als des Anschauen daheim und das stille Nachdenken für sich ganz allein.

Jedenfalls erzählten Aljosha und Gordon von ihren Erfahrungen im nicht leichten und oft zermürbenden Prozess der veganen Aufklärung. Die entscheidende Schlussfolgerung für unser neues Handeln war dann am Ende des Abends, dass unser Konsum die Macht eines Stimmzettels hat. Mit unserer Kaufentscheidung zeigen wir der Wirtschaft hochgradig effektiv, ob uns dieses Produkt und seine Herstellung gefällt oder nicht.

Stimmen wir ab! Lasst uns Früchte essen! Früchte von Feld, Wald und Wiese, Acker und Strauch, Baum und Busch. Auf ein gesundes Jahr 2020 voller vollwertiger, vollmundiger Pflanzen-Kraft!

Hier die offizielle YouTube-Veröffentlichung der preisgekrönten Dokumentation. Eine FSK-Einordnung des Films war zum Zeitpunkt der Veröffentlichungs dieses Artikels nicht vorliegend. Trotzdem weist das Team von gurunest.com darauf hin, dass die enthaltenen Aufnahmen für Kinder eher verstörend und somit ungeeignet sein könnten.

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