In Melanies und meinem veganen Sein gibt es eine klare Überzeugung: Unser Essen soll frei von Leid sein. Folglich fallen unsere Mahlzeiten rein pflanzlich aus. Wir wollen nicht die Kausalität für unfassbares Leid bei unseren fühlenden und denkenden Mitgeschöpfen sein. Welche übrigens im Prinzip genau wie wir sind: sie lieben das Leben, sie lieben einander, sie fürchten den Tod.

So werde ich nicht müde, in der Aufklärung meiner Mitmenschen über die Hintergründe veganen Essens auch die Komponente Leid zu thematisieren. So wie ich Leid für mich vermeide, so gilt es, konsequenterweise auch Leid für meine Mitgeschöpfe zu vermeiden. Esse ich die anderen Tiere nicht, dann bin ich nicht mehr ihres Leides unterste Kausalität. Ich nehme mich als Konsumenten raus, ich verweigere mich als Esser.

Findet irgendein Gespräch hin zu diesem Punkt, dann lege ich der Gruppe oder der Einzelperson kurz meinen Denkhintergrund offen. Wenn es passt, dann ist das ein wunderbarer Einstieg dazu, interessierten Mitmenschen erste Infos zur pflanzlichen Ernährung zu vermitteln und einige Denkanstöße zu geben.

So ein Moment passierte mir wieder in den vergangenen Tagen. Jedoch blieb es am Ende nur beim kurzen Anriss. Da mein Veganismus nicht primär auf dem gesundheitlichen Aspekt fußt, so wie vom Gesprächspartner irrtümlich angenommen, stellte ich die Sache kurz klar: Ich esse keine Tierprodukte, da mein Mitgefühl das nicht zulässt.

Was folgte, kenne ich zur Genüge. Mein Gegenüber sprach davon, dass viele Veganer und Vegatarierer Inkonsequenz lebten, da sie Lederschuhe trügen. Auch Produkte mit Palmöl würden gekauft und aus Sicht des Sprechers seien Veganer somit genauso schlimm wie die Konsumenten von Fleisch und Milch. Situatives Ergebnis: Es wurde über andere Dinge gesprochen, aber nicht mehr über leidende Schweine, Kühe und andere Verdammte um uns herum.

Ganz wichtig: Es ist keine persönliche Freiheit, über Fleisch oder nicht Fleisch zu entscheiden. Hintergrund: Das gegessene Individuum bleibt ungefragt.

Dabei beließ ich es. Solche Gesprächspartner sind noch nicht soweit. Es ist nie zu unterschätzen, wie stark und erfolgreich die dunklen Künste der Verbrauchermanipulation bei jedem Menschen einen Effekt auslösen. An diesem Punkt gelangt man im Diskurs schlicht nicht weiter, zumindest nicht in diesem Moment. Früher war ich doch nicht anders. Um bewusst zu werden, müssen Prozesse durchlaufen werden, Einsichten müssen passieren. Es gilt, das eigene Ich klar zu posititionieren. Die entscheidende Frage gilt dem Umstand, welcher Wert dem Mitgefühl beigemessen wird.

Zur Erinnerung: Die Hölle ist überall um uns herum. Die Produktion hinter der Burgerscheibe, dem Fleischsalat, der Kinderwurst, der Frikadelle, dem Mett, der Bratwurst, dem Gyros usw. ist nichts anderes als das Töten von fühlenden Wesen mit Familiensinn und allem Recht auf unangetastetes Leben.

Abschließend ein kleiner Fernsehtipp. Stern TV strahlte gestern ein Feature mit den bekannten YouTubern Gordon & Aljosha aus (YouTube Kanal: Vegan ist ungesund). Die beiden Fürsprecher des Veganismus waren vor einigen Wochen nächtens und unangemeldet in einem Schweinebetrieb in Drensteinfurt. Das Gesehene ist die Realität, die eigentliche Wahrheit hinter den adrett verpackten Produkten in den Supermärkten. Die schockierenden Bilder sind Normalität, so ist die Welt gegenwärtig.

Da du lieber Leser Teil dieser Welt bist, hast du es in der Hand.

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Ich bin Eddi, ein in den frühen Siebzigern in Bosnien-Herzegowina geborenes und mittlerweile sehr spirituelles Exemplar Mensch. Der Website gurunest.com diene ich als Co-Autor und dem Gurunest Podcast als Sprecher. Die gemeinsame Schnittmenge zwischen meinem alten und meinem neuen Leben sind meine Ehefrau Melanie und unsere zwei erwachsenen Söhne. Aber sonst haben sich die Dinge mittelprächtig radikal verändert. Früher noch bestanden meine intellektuellen Interessen vorwiegend aus Computern, Computernetzwerken, Raumfahrt und Wissenschaftsgeschichte. In dieser Zeit waren für mich die Worte "Esoterik" und "Spiritualität" noch klar negativ besetzt. Dann passierten drei Dinge mit größtem Veränderungspotential in meinem Leben: Zunächst mit dem Veganismus, dann mit den Lehren Buddhas fand ich zum Mitgefühl. Dann folgte Yoga. Das Yoga führte zur Antwort auf alle Fragen.

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