Münster ist nicht Berlin und so können wir hier noch längst nicht vom Überangebot veganer Restaurants sprechen. Gleichwohl wissen wir darum, dass es in der Provinz noch schlechter um die Dinge steht und gottlob entwickeln sich die Dinge auch in unserem Studentenstädtchen recht positiv.

Speisen „indischer“ Prägung (gemeint ist das ‚Eck‘ Indien, Sri Lanka, Nepal) munden Melanie und mir ganz famos. Die tollen Gewürze und Zubereitungsformen erfreuen regelmäßig unsere Gaumen und sie zaubern uns gutes Karma unbeschreiblichen Ausmaßes. Und dass wir vegane Individuen eine gute Ahnung davon auch in Münsters Innenstadt erhaschen können, darauf soll dieser Artikel ein deutlicher Fingerzeig sein.

Zum äußeren Eindruck

Das Restaurant Little Buddha gibt es in Münster zweimal, einmal in räumlich kleiner Variante an der Wolbecker Straße, und dort für mein Dafürhalten deutlich zu eng bestuhlt, und dann einmal „in Größer“ am Verspoel, Ecke Ludgeristraße und unweit des Kreisverkehrs. Mein Blick richtet sich hier vornehmlich auf das Restaurant Little Buddha am Verspoel 21-22.

Große voneinander und mittels Interieur separierte Tische mit Stoffdecken und aufwändigen Kerzenarrangements sucht man hier vergeblich. Kleine Tische mit papiernen Angebotsblättern als Tischunterlagen bestimmen die aus meiner Sicht eher ans Praktische angelehnte Optik. Dafür gibt’s gleich am Eingang einen prächtigen Buddha, nett gestaltete Wände und ein gutes Lichtkonzept. Pflichtschuldig habe ich meine paar Worte zum Oberflächlichen geliefert, währenddes steht immer noch die Beschreibung dessen aus, was das Gute Erleben im Little Buddha ausmacht.

Klare Kennzeichnung veganer Gerichte

Von der Ausrichtung her ist das Little Buddha nicht rein vegan, Fleischmenüs gibt es hier leider zuhauf. Und doch werden uns vegan motivierten stets hungrigen Menschen hier ausreichend rein pflanzliche Menüs angeboten.

Erfreulicherweise sind diese veganen Optionen ausgesprochen leckere ‚richtige‘ Gerichte. Die schon mehrfach andernorts erlebte Überraschung in Gestalt von zweitklassigen „Beilagentellern“ bleibt hier natürlich aus.

Die Gewürze im Little Buddha

Vorgestern erst waren wir mit Freunden vor dem Kinogenuss des neuen Quentin Tarantino in einem anderen indischen Restaurant in Bahnhofsnähe. Das dortige Fehlen veganer Kenntlichmachung glich der Wirt durch seine freundlichen Beschreibungen aus und so bekamen wir vier Personen unsere Vor- und Hauptspeisen in der gewünschten veganen Darreichung. Die Dal-Suppe dort war sicherlich gut, hingegen fiel aus meiner Sicht der Vorspeisenteller für zwei Personen deutlich zu klein aus, zumal für seinen Preis. Tragischerweise waren in diesem anderen indischen Restaurant die verschiedenen Hauptgerichte von Melanie und mir tendenziell fad und für unsere beiden Gaumen praktisch nicht unterscheidbar.

Diese fehlende geschmackliche Differenzierbarkeit haben wir im Little Buddha innerhalb keines einzigen Besuchs erleben können. Die herkunftstypischen Gewürze dort sind famos und das Küchenpersonal setzt diese großzügig ein. Schmecken tut das und das wahre ungeschminkte Leben bedeutet auch, dass ich diese Gewürze noch ein bis zwei Tage später mit dem beim Sport entstehenden Schweiß ausgesprochen positiv wahrnehme. 😉 Das, liebe Kinder, musste mal gesagt werden und jetzt vergesst ihr ganz schnell wieder diese Assoziation!

Freundliches Personal, freundliche Preise

In unserer Wahrnehmung ist das Little Buddha verknüpft mit dem stets freundlichen Personal. Auch im Trubel vollen Geschehens, für gewöhnlich ist das Litte Buddha nämlich sehr gut ausgelastet, wurden wir hier stets sehr nett begrüßt und bedient. Ich konnte mich nie des Eindrucks erwehren, dass das mir entgegengebrachte Lächeln hier von innen kommt und nicht geschäftstüchtig aufgesetzt ist. Es braucht nicht viele Worte um auszudrücken, dass das heute in unserer Gesellschaft keineswegs selbstverständlich ist. Sehr gutes Karma gibt das!

Ein goldener Tipp: Für angemeldete größere Freundeskreise rückt das freundliche Personal vorab die Tische im Mittelbereich gerne in Reihe aneinander.

Auch die Preise lächeln uns an, wohlgemerkt vor dem vergleichsweise hohen Preisniveau unserer Stadt. Als Vorspeise eine leckere Dal-Suppe, im Hauptgang eine riesige (!) Portion Biriani mit Gemüse Cashews und Mandeln, und dazu vielleicht zwei Getränke für knapp 20 Euro. Das ist fair und meiner immer leeren Taschen Wohltat. 🙂

Scharf ist hier wirklich scharf

Kurz zu der Schärfetabelle des Little Buddha

1 Flamme = Touri
2 Flammen = Yogi
3 Flammen = Tiger
4 Flammen = Little Buddha

Bei meinem ersten Besuch noch habe ich diese kleine Trittleiter belächelt und mir gleich forschen Herzens ein Vindalu Curry mit Schärfegrad „Little Buddha“ bestellt.

Am ersten Löffel sollte ich kläglich scheitern. Ich war zu schwach und für meinen Übermut musste ich mit Aufgabe bezahlen. Ein milderes Gericht wurde mit Demut bestellt. Also: scharf ist im Little Buddha tatsächlich scharf! 🙂

Liebe Freunde des pflanzlichen Bissens, besucht das Little Buddha und tauscht ein wenig Geld gegen großes Glück.

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Ich bin Eddi, ein in den frühen Siebzigern in Bosnien-Herzegowina geborenes und mittlerweile sehr spirituelles Exemplar Mensch. So passt es ganz prima, dass ich der Website gurunest.com als Co-Autor und dem Gurunest Podcast als Co-Moderator dienen darf. Die gemeinsame Schnittmenge zwischen meinem alten und meinem neuen Leben sind meine Ehefrau Melanie und unsere zwei erwachsenen Söhne. Aber sonst haben sich die Dinge mittelprächtig radikal verändert. Früher bestanden meine intellektuellen Interessen vorwiegend aus Computern, Computernetzwerken, Raumfahrt und Wissenschaftsgeschichte. In dieser Zeit waren für mich die Worte "Esoterik" und "Spiritualität" noch klar negativ besetzt. Dann aber passierten drei Dinge mit größtem Veränderungspotential in meinem Leben: Mit dem Veganismus habe ich mein Äußeres radikal verändert, mit den Lehren Buddhas fand ich zum Mitgefühl und mit dem Yoga habe ich mein Ich mit dem Leben versöhnt.

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