Vor ein paar Wochen wollten wir nach dem von uns besuchten Kieler Yoga Festival die Stadt Kiel nicht unmittelbar verlassen. Nach einer kleinen Hafentour galt es noch unbedingt, das komplett vegane Café Blattgold in Kiel zu besuchen. Gestärkt von unserem ersten und vom Cafe Blattgold servierten Beyond Meat Burger fuhren wir hinterher heimwärts. Unsere Diskussionen kreisten noch lange rund um unseren großartigen Talk mit dem Inhaber Vincent Töpsch.

Unsere Reisen zu den diversen Yoga-Events bedeuten in ihrer Vorbereitung auch immer, dass wir nach veganer Gastronomie Ausschau halten. Diese werden somit gezielt zu festen Reisepunkten. Mit Herz und Können geführte vegane Gasthäuser, gleich welcher Art, sind aus unserer Sicht der “veganen Sache” unverzichtbare Wegbereiter. Ein breites Publikum soll letztlich über eroberte Gaumen Zugang zur pflanzlichen Kost finden. Auch dergestalt hat jede vermiedene tierische Mahlzeit ihren implizit positiven Effekte auf die beiden Komplexe Tierethik und Ökologie.

So haben wir nach unserer Teilnahme am leider verregneten Yoga-Festival ganz gezielt Kiels erstes komplett veganes Cafe angesteuert. Nett an einer Ecke gelegen lockt das Café Blattgold mit sauberen und optisch ansrechendem Interieur. Ein junges freundliches Team bereitet sehr ordentliche kalte und warme Mahlzeiten. Das hat hier seinen Preis und das ist es auch wert!

Der Besuch im Cafe Blattgold geriet uns zum doppelten Volltreffer, da hier der berühmte Beyond Meat Burger auf der Karte stand. Die Bestellung war ein Muss, schließlich hatten wir zuvor monatelang nur lesen können von dieser mit enormen Forschungsgeldern in die Welt gebrachten pflanzlichen Fleischkopie. Die Gelegenheit zum echten Probieren bot sich für uns just in diesem Moment.

Was sollten wir denken? Der Beyond Meat Bratling ,roch in unseren Nasen wie Fleisch, er schmeckte wie Fleisch und auch das Kaugefühl weckte längst vergessene sensorische Erinnerungen.

Ja, es schmeckte. Und das war in meinen Augen die Fatalität hierbei. Dieser Beyond Meat Burger geriet mir zu einer durchweg auf den Zwiespalt fußenden Erfahrung. Schließlich sind wir, bin ich längst vom tierischen Essen weg. Die Geschmäcker sind umgepolt und wir künden unentwegt davon, dass Fleisch gar nicht ersetzt werden muss durch irgendein Äquivalent. Und dann kam er, dieser Bratling …

Unseren zweiten Schub Getränke bekamen wir vom Gründer und Inhaber Vincect Töpsch persönlich serviert. Die Gelegenheit nutzend erzählte ich von meiner ambivalenten Geschmackspremiere den Beyond Meat Burger betreffend und ich offenbarte, dass ich “eigentlich” von solchen Geschmackseindrücken weg sein möchte.

Entwickelt hat sich daraus ein sehr freundliches, zudem nahezu halbstündiges Gespräch mit einem hochinteressanten veganen Unternehmer. Das große Publikum, so schilderte Töpsch seine Sichtweise, rekrutiere sich nur aus einem verschwindend geringen Anteil an Veganern unserer Prägung. Das Groß zahlender Klientel sei vielmehr das mischköstlliche Publikum. Diese Leute gewissermaßen abzuholen und ihnen mit vertrauter Menügestaltung zu begegnen, wohlgemerkt auf pflanzlicher Basis, das sei hier der Königsweg. So lasse sich wirtschaftlich dauerhaft bestehen und so erreiche man auf Dauer die Akzeptanz der veganen Ernährung bei der “normalen” Bevölkerung. Des Weiteren bedeutete das auch, so erklärte Töpsch lächelnd, ab und an die Pelzjacke am Gast friedvoll und respektvoll zu akzeptieren. Ideologische Ansprachen seien hier fehl am Platze und kontraproduktiv.

Wir bleiben dankbar für dieses spannende und wissensmehrende Gespräch mit einem hochinteressanten veganen Gastronomen. Dessen Fokus mitunter auf dem positiven Klimaeffekt veganer Ernährung liegt. Das hat uns motiviert, dem nachzueifern und auch selbst dem Zusammenhang Veganismus <> Klima mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Das vegane Café Blattgold mit seinen leckeren Speisen und Getränken gerät uns somit zum guten Tipp in Kieler Gefilden. Auf seiner Website präsentiert das Café die Speisekarte und Impressionen des Hauses.

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Ich bin Eddi, ein in den frühen Siebzigern in Bosnien-Herzegowina geborenes und mittlerweile sehr spirituelles Exemplar Mensch. So passt es ganz prima, dass ich der Website gurunest.com als Co-Autor und dem Gurunest Podcast als Co-Moderator dienen darf. Die gemeinsame Schnittmenge zwischen meinem alten und meinem neuen Leben sind meine Ehefrau Melanie und unsere zwei erwachsenen Söhne. Aber sonst haben sich die Dinge mittelprächtig radikal verändert. Früher bestanden meine intellektuellen Interessen vorwiegend aus Computern, Computernetzwerken, Raumfahrt und Wissenschaftsgeschichte. In dieser Zeit waren für mich die Worte "Esoterik" und "Spiritualität" noch klar negativ besetzt. Dann aber passierten drei Dinge mit größtem Veränderungspotential in meinem Leben: Mit dem Veganismus habe ich mein Äußeres radikal verändert, mit den Lehren Buddhas fand ich zum Mitgefühl und mit dem Yoga habe ich mein Ich mit dem Leben versöhnt.

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