Ernährung betreffend ist fast jeder Gesprächspartner in der jeweiligen Selbstwahrnehmung ein Experte. Genau vor dem Hintergrund ist es mitunter gar nicht leicht, mal den Finger zu heben, frei nach dem Motto: “Vielleicht habe ich für Dich eine wertvolle Info. So nämlich stimmt das nicht ganz …”

Ein Paradebeispiel ist das Obst. Vier Buchstaben, welche offenbar für viele figurbewusste Menschen da draußen eine echte zu vermeidende Gefahr darstellen. Sie fürchten schlicht und einfach, durch frisches Obst dick zu werden.

Stellt euch eine prächtigen bunten Obstteller vor und da winken die Leute doch tatsächlich ab. Ich fragte mich, wie das nur sein kann. Und in etlichen Gesprächen hörte ich dann immer wieder dasselbe Erklärungsmuster. Meine Schlussfolgerung darauf: Alle sind sie einem Ernährungsmythos auf den Leim gegangen.

Und ich? Was bedeutet Obst für mich? Mensch, ich will es haben, ich brauche es jeden Tag. Neben vielfältigem Gemüse ist Obst mitunter mein Lebensmittelpunkt. Und trotzdem werde ich nicht dick und gesund bin ich allemal.

Wie konnte Obst dieses schlechte Image bekommen?

Das vermeintlich böse Wort heisst Fruchtzucker. In den Köpfen der Menschen, besonders bei denen die eine Reduktionsdiät durchführen, steht viel Obst für viele Kalorien, also dem vermeintlichen Gegenspieler zum Wunschgewicht. Bewusst oder unbewusst setzt diese Menschen den Fruchtzucker im Obst gleich mit der zugesetzten Fruktose in Softdrinks oder einer Vielzahl von anderen Lebensmitteln. Und genau hier haben wir die Fehlannahme!

Fruchtzucker im Obst

Klar festzustellen ist zunächst, dass Obst trotz des enthaltenen natürlichen Fruchtzuckers nach wie vor zu den gesündesten aller Lebensmittel zählt. Tatsächlich macht Obst weder dick noch wirkt es sich ungünstig auf unsere Gesundheit aus. Mit der Ausnahme der Personengruppe, welche eine Fruktose-Intoleranz aufweist. Alle anderen Menschen profitieren immens von den vielfältigen positiven Eigenschaften von unverarbeitetem Obst.

Ganz pauschal sei zunächst gesagt, dass frisches Obst die Lebensqualität steigert. Ein Teil der hierfür ursächlichen Eigenschaften sind die sekundären Pflanzenstoffe. Diese geben den Früchten ihre Farbe und ihr Aroma. Sie wehren Schädlingsbefall und mögliche Krankheiten ab. Des Weiteren regulieren sie das Pflanzenwachstum. Interessanterweise haben diese Stoffe ihre gesundheitsfördernde Wirkung auch jenseits der ursprünglichen Pflanze in unserem menschlichen Körper. So sind nämlich nebenher entzündungshemmend und cholesterinsenkend.

Eine weitere positive Eigenschaft von frischem Obst sind die darin enthaltenen Ballaststoffe, deren Effekt in der Gesamtschau einfach berücksichtigt werden muss. Ballaststoffe sind in Früchten, Gemüse und Getreide vorkommende Pflanzenfasern. Ballaststoff quellen in unserem Magen auf und das ist ein sehr willkommener Effekt. Das beschert uns ein gutes Sättigungsgefühl, die Verdauung wird angeregt und Verstopfungen wird entgegengewirkt.

Fruchtzucker in verarbeiteten Lebensmitteln

Das Massenphänomen von gesundheitlichen Problemen durch Fruchtzucker ist überhaupt erst ab jenem Moment entstanden, ab dem er in konzentrierter Form Verwendung gefunden hat. Es lässt sich ganz klar sagen, dass uns Menschen der Konsum immer grösserer Mengen von mit Fruchtzucker gesüssten Fertigprodukte krank macht.

Mitunter sind’s die Gene. Aus evolutionärer Sicht gesehen, liebt der Mensch Zucker. Und der Teufel Industrie macht sich diesen Umstand ganz gezielt zunutze. Die wissen genau, dass wir Menschen ganz unbewusst eher süße Lebensmittel bevorzugen. Die Konsequenz daraus ist schon lange, dass die käuflichen verarbeiteten Lebensmittel in ihrer Produktion mit immer mehr und mehr konzentriertem Fruchtzucker gesüßt werden.

Die Liebe der Lebensmittelindustrie zum Fruktosesirup kennt noch eine Ursache: Fruktosesirup ist als industrieller Grundstoff irre billig am Markt zu bekommen. Hier winkt die alte Verlockung, mit geringem Geldeinsatz viel rauszuholen.

Die Nachteile des zugesetzten Fruktosesirups für unseren Körper berieten der Lebensmittelindustrie erwartungsgemäß nicht gerade schlaflose Nächte. Auf der anderen Seite sind die Konsumenten draußen ans Süße gewöhnt und sie wollen immer mehr davon. Welch ein herrlich profitabler Umstand.

Zugesetzter Fruchtzucker bereitet nur Probleme

Unser Magen-Darm-Trakt ist für den Abbau normaler Fruchtzuckermengen, wie sie in Früchten und Gemüse enthalten sind, bestens ausgerüstet. Gelangen jedoch grosse Mengen konzentrierter Fruktose aus Getränken oder Süßwaren in den Körper, sind Probleme vorprogrammiert. Es treten Blähungen, Bauchweh und Durchfall auf. Unser Darm ist schlicht überfordert mit dem Zustrom von Fruchtzucker.

Schlimmer geht immer: Ein hoher Fruchtzuckerverzehr beschleunigt außerdem die Entstehung von Adipositas, Bluthochdruck und Diabetes Typ 2.

Jetzt ist es soweit gekommen, dass in den westlichen Industrienationen so viel Fruchtzucker je Kopf konsumiert wird, wie nie zuvor. Und das liegt ausdrücklich nicht am Verzehr von frischem Obst.

Die Wahrheit: Obst macht nicht dick!

Als ganze Frucht gibt Obst unserem Körper nahezu alles, was dieser benötigt. Ganz im Gegenteil ist frisches Obst tatsächlich nicht wegzudenken aus einer gesunden Ernährung.

Wie immer ist zu bedenken, dass auch Gutes in sinnhaften Mengen konsumiert werden soll, da es sonst den Organismus über Gebühr beansprucht. Hier sprächen wir dann aber von Obstmengen im Kilobereich und dann klappt es natürlich auch nicht mit der Reduktionsdiät. Zwei Hände voll Obst je Tag werden empfohlen. Also ran an die süßen kleinen Früchtchen und gibt euren Körper den gesunden Kick.

Kauft günstig ganze Früchte, selber kochen ist (wie immer) der Hauptgewinn. Softdrinks vermeiden, keine gezuckerten Fertigmüslis kaufen und immer ein neugieriges Äuglein auf die Zutatenlisten. Unfassbar, wo und in welch rauen Mengen die Industrie ihren Zucker reinmogelt.

Auf eine gesunde Zukunft!

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Ich bin mit Ed verheiratet und Mutter unserer zwei erwachsenen Kinder. In den letzten Jahren entwickelte sich in mir der Wunsch, andere Menschen bei der Umsetzung zu einem gesünderen Lebensstil zu unterstützen. In meiner langjährigen Tätigkeit als zahnmedizinische Angestellte im Bereich der Prophylaxe war dies zwar immer schon ein Teil meines Lebens, aber ich wollte noch mehr Selbstständigkeit. So absolvierte ich im ersten Schritt eine Ausbildung zur Wellnesstherapeutin, gefolgt von einer Ausbildung zur veganen Ernährungsberaterin. Yoga wie auch Jogging sind Teile meines Alltags geworden. Meine Begeisterung für das Laufen führte dazu, dass ich gerne am Jogging interessierte Menschen unterstütze. Mit meiner Laufbegleitung und Laufberatung für Anfänger führe ich in das sportliche Laufen ein.

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