Die vegane Bergpension Schulenberg als Ausgangspunkt unseres Wanderwochenendes im Harz

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Karneval und Rosenmontag sind nicht der Althoffs Welt. Diesem derben Tun auszuweichen, das war unser Sinn und so gingen schon unsere frühen Planungen gen Harz. Da war abermals unser Wunsch präsent, fern des hiesigen Flachlands dem lieben Wandern zu frönen.

Fraglos sollte die infrage kommende Unterkunft einen rein veganen Speisentisch vorhalten, das macht es doch so viel einfacher.

Bestenfalls wäre es ganz eindeutig das uns in der Vergangenheit so gut beherbergende Naturkost-Hotel Harz geworden. Leider konnten wir für den gewählten Zeitraum kein freies Zimmer mehr ergattern. Da die Gegend an sich des Wanderers Fuß so dankbares Terrain ist, suchten wir in der Nähe nach einer veganen Alternative. Und siehe da, keine 20 Kilometer entfernt fand sich für uns die Bergpension Schulenberg, vegan geführt und mit recht guten Renommee entsprechend unserer kurzen Umschau im Internet. Soviel sei bereits gesagt: Gefallen hat es uns in dieser Pension insgesamt nicht. Für uns bleibt es ganz sicher beim einmaligen Besuch.

Hotel und Pension sind nicht dasselbe

Wir fragten ‚unser‘ Zimmer bereits im Januar an. Nach anderthalb Wochen und einem Telefonat kam die Buchungsbestätigung und der Vorfreude stand rein gar nichts im Wege. Das Wetter mach schließlich ohnehin was es will.

Nun allerdings, in der Retrospektive, sind Melanie und ich uns darüber einig, dass wir nicht die für uns passende Unterbringungswahl getroffen haben. Und dieser unser Schluß für unsere eigenen zukünftigen Urlaubsplanungen gründet nicht auf der kategorischen Einordnung des Beherbungsbetriebs, sondern er berücksichtigt allein unsere Eindrücke und unsere abschließende Meinung.

Ein Hotel kann den Servicegrad beliebig hoch stapeln und vom Eingebundensein in einer imageträchtigen Hotelkette immens profitieren. Ein Hotel verhilft mitunter dem Nimbus des Luxuriösen überhaupt erst zum Bild in unseren Köpfen. Ein Hotel ist zudem ein reiner Gewerbebetrieb, mitunter Ausbildungsbetrieb für Hotelfachleute. Fein orchestriert und arbeitsteilig wird die unaufgeregte Bewirtung vieler Hotelgäste gewissermaßen aus dem Ärmel geschüttelt.

Eine Pension hingegen fällt einem anderen Paradigma anheim. So sind wenige Fremdenzimmer gern im selben Gebäude wie die Wohnräume der Betreiberfamilie. Die Möglichkeiten der Küche sind oft eingeschränkt, angestelltes Personal die Ausnahme und das Interieur ist üblicherweise mehr zweckmäßig denn gediegen. Das muss sich nicht zwangsläufig im Zimmerpreis bestätigen, aber der potentielle Besucher erwartet das ganz gern. Günstig soll es also sein, einfach und ordentlich. Kommod wird’s schon werden. Diese übliche Definition des Wortes ‚Pension‘ war uns geläufig und sie hat auch weiter Bestand.

Rein vegan und das ist gut so

Wenn Veganer eine Reise tun, dann können sie im Prinzip überall überleben, so auch notfalls im Steakrestaurant, dort an der Salatbar natürlich. Tatsächlich aber ist das Budget hart erarbeitet und die Urlaubstage bleiben knapp an der Zahl. Insbesondere aber ist das Begeisterungspotential ob rein veganer Destiniationen schier unbegrenzt. Unbeschreiblich diese köstliche Leichtigkeit, wenn mal nicht Kleingedrucktes gelesen werden muss, wenn nicht unmotiviertes Personal gefragt werden muss, nur um wieder einmal tierische Inhaltsstoffe zu Gänze auszuschließen.

Das Ehepaar hinter der Bergpension Schulenberg hat mit der rein veganen Ausrichtung dankenswerterweise einen weiteren Anlaufpunkt für reisefreudige Veganer geschaffen. Zumal in einer für Wanderer attraktiven Region. Das soll gelobt werden und andere kleine Pensionen sollen es bittschön landauf wie landab nachahmen.

Off-Season

Am Tage unser Anreise haben wir noch drei andere Gästepaare registriert, bei unserem letzten Abendessen und unserem letzten Frühstück waren Melanie und ich augenscheinlich die einzigen Pensionsgäste. Das ist wohl wahrlich Off-Season und nichts anderes haben wir erwartet.

Unser Kontakt mit den beiden Betreibern war freundlich und auf ein absolutes Minimum beschränkt. Bei unserer Ankunft führte uns der Inhaber kurz in unser Zimmer Nr. 1 und uns wurde Tee und Kaffee angeboten. An der Stelle und auch während unserer restlichen Verweildauer im Haus wurden unsere interessierten Fragen stets höflich, aber auch sehr knapp beantwortet. Vor dem Hintergrund der Leere in der Pension habe wir uns irgendwie auf das eine oder andere „veganlastige“ Gespräch mit den Profis gefreut, aber so kam es leider nicht. So wurden wir auch am Ende nicht kurz gefragt, wie wir unseren Aufenthalt empfunden haben und inwiefern wir schöne Aktivitiäten in der Umgebung hatten. Das Fehlen von Smalltalk kann nicht wie ein Beinbruch gewertet werden, uns persönlich hat es allerdings sehr gefehlt.

Das Zimmer

Wie schon im Flur zum Zimmer, so haben wir auch im Zimmer einen unangenehmen Geruch empfunden. Während unserer zwei Übernachtungen sind wir dem für uns schlechten Geruch mit einer Kombination aus Heizung aufdrehen und regelmäßigem Stoßlüften begegnet. Das Zimmer war nicht modern eingerichtet, dafür einfach und funktional. Handtücher waren ausreichend vorhanden, das Bettzeug war tadellos. Unsere Matratzen haben wir als uneben empfunden. In Kombination mit dem von uns gehörten Klappern, aus der von uns wahrgenommenen Richtung Außenwand oder Dach, gab es in beiden windigen Nächten kein unterbrechungsfreies Durchschlafen.

Aktivitäten und das vegane Essen in der Pension

Am Samstag, dem guten Wetter sei Dank, frohlockten unsere veganen Wanderfüßlein. Der nahe gelegene Staudamm war nett anzuschauen und steile Streckenabschnitte forderten uns im gewünschten Maß.

Am regnerischen Sonntag war der gut erreichbare Ort Wernigerode mit der Mitfahrt in der Dampflokomotive (betrieben von den Harzer Schmalspur Bahnen) und dem Besuch des dortigen Luftfahrtmuseums unser gelungenes Schlechtwetterausweichprogramm. 🙂

Morgens wie abends aßen wir in der Bergpension. Die Abendmahlzeiten waren aus unserer Wahrnehmung schlicht und einfach. Es wurde stets ein moderater Nachschlag angeboten und es gab auch an beiden Abenden ein kleines Dessert. Ein Alternative zum jeweils servierten Menü gab es nicht. In unserem Fall passte das, es gab keine Allergien von unserer Seite und keine persönlichen Abneigungen gegen das Dargebotene. Am ersten Abend Nudeln mit Spinat und am Tag darauf Blumenkohl mit Bulgur. Das war in Ordnung.

Vermisst habe ich bei der warmen Mahlzeit am Abend das Vorhandensein von Salat. ich selbst esse gewohnheitsmäßig zu jeder Mahlzeit etwas Rohkost.

Für unseren Geschmack als sehr lobenswert geriet hingegen jeweils das Frühstück in der veganen Bergpension Schulenberg. Gutes Brot, Marmelade, pflanzliche Alternativen zu Wurst und Käse, zweierlei Humus und nett drapierte Rohkost. Früh aß es sich gut und reichlich.

Abschließende Worte

Diese Website begleitet das Leben von Veganern und sie spiegelt unsere Erfahrungen und Empfindungen. Gurunest soll auch der Platz für vegane Empfehlungen sein. Wir wollen in allen Dingen heiter sein und mit unserem eigenen Verhalten dazu beitragen, dass die wahre Welt besser wird. So vermeiden wir grundsätzlich Schmähungen, die üble Rede und nicht-zielführende Kritik.

Alle von uns im Rahmen unserer Reisen und Aufenthalte gesammelten persönlichen Eindrücke sind jeweils Momentaufnahmen unserer Wahrnehmung. Wenn uns etwas nicht gefallen hat, dann mögen die zugrundeliegenden Faktoren zeitweilig gewesen sein.

Stets ist es uns eine Herzensangelegenheit, jedes rein-vegan ausgerichtete Business da draußen zu bejahen und diesem generell ein gutes Bestehen zu wüschen.

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