Vom Glück und über das Yoga

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In den nächsten Minuten werdet Ihr auf meinen inflationären Gebrauch des Wortes Glück stoßen. Wenn Ihr meint, das Glück sei käuflich oder es könne auch anderweitig frei Bordsteinkante geliefert werden, dann will ich Euch diesen faulen Zahn einmal kurz ziehen. 😉 Und am Ende geht’s um meine feste Überzeugung, dass Yoga der Ausweg aus allen Dilemmata ist.

Depression und Resignation allerorts

Halten wir Menschen inne und geraten wir in ruhige Momente, dann sollte das innewohnende Glück eigentlich besonders deutlich spürbar sein. Vielen verschließt sich das, stattdessen macht sich bei ihrer Schau nach innen Unruhe breit. Von ihrer Angst, Verzweiflung und Verlorenheit geraten sie in den zähen Sumpf der Depression und Resignation. Übrigens hat Melanie unlängst über das Burnout Syndrom geschrieben. Und vorgestern erst hörten wir von einem weiteren Fall von Burnout in unserer Umgebung. Woher nur kommt all diese Glücklosigkeit?

Ein interessantes Gesprächserlebnis widerfuhr mir gestern Abend in  geselliger Feierrunde bei Freunden. Vom Klimawandel über den Ist-Zustand der Welt und der Abgehängtheit des Individuums etablierte sich der allgemeine Konsens in unserer Runde, der einzelne Mensch könne sich in dem Wahnwitz unserer Zeit lediglich noch in seiner Nische gemütlich einrichten und den gegebenen Komfort genießen. Ich habe da eine völlig andere Überzeugung.

Beide geschilderten Komplexe (Mensch lädiert, Welt lädiert) sind aus meiner Sicht Auswüchse der gleichen Fehlannahme in den Köpfen der Menschen. Diese meinen, die Welt bestimme allein den Menschen. In der Konsequenz agiere der Mensch willfährig. Das sehe ich (mittlerweile) ganz anders. Zwangsläufig juckte es mir in den Fingern und so schreibt sich dieser Artikel quasi von selbst.

Wissen, worum es in allen Dingen wirklich geht

Das Glück ist die Essenz unseres Daseins. Wir alle streben dem Glück entgegen. Gar alle Dinge streben dem Glück entgegen. Weil die Menschen das Glück suchen, sind sie für faule Versprechungen empfänglich wie ein Verdurstender für die Darreichung frischen kühlen Wassers. Und allesamt erliegen sie den Verheißungen des Konsums, dem Kapitalismus an sich und all seinen verheerenden Folgen, den Dogmen der Religionen und obendrauf schrecklichen politischen Ideologien. Allen Irrwegen ist gemein, dass allein wesenloses Glück für ein Individuum oder für die jeweilige Gruppe zelebriert wird, zum Nachteil aller anderen Wesen und Dinge um sie herum.

Wir sind imstande, ein glückliches Leben zu führen, unabhängig von den Widrigkeiten der Welt. Das Erleben der Welt ist eine Sache der eigenen inneren Einstellung. Aus der Verblendung lässt sich herauskommen. Passieren die richtigen Denkprozesse, folgen Einsichten und das Ich wird der Wahrheit gewahr, dass das Glück und der ersehnte Frieden im Selbst ihre Quelle haben.

Glücksversprechen allerorts

Wie man zu dauerhaften Glück findet, das lernen wir in der modernen Welt westlicher Prägung nicht. Ganz im Gegenteil werden wir von der Ahnung der Einfachheit der Dinge weggelockt. So kommt es, dass viele von uns nicht glücklich sind. Das von den Menschen Gesuchte findet sich nicht da draußen. Die Indoktrination unserer Zeit sagt, Konsum mache glücklich, Besitz mache glücklich, kompetetive Stärke sei legitim, Härte mit sich und erst recht mit anderen sei unabdingbar. Derart geistig konditioniert, kann es nur zum Absturz der Menschen als Individuum wie als Kollektiv kommen. Die Ist-Situation unseres dahinsiechenden Planeten und seiner Bewohner zeugt vom Siegeszug falscher Ideologien.

Doch nur die wenigsten von uns Menschen bekommen zeitlebens eine verlässliche Hinweistafel zu Gesicht, welche richtige Richtung einzuschlagen ist. Erstaunlicherweise versprechen uns alle Richtungspfeile in unserer modernen Lebenswelt, den Weg zum Glück zu weisen. Tatsächlich jedoch führen die Pfade nicht gen Glück und gen Friedfertigkeit mit sich selbst. Folgen wir diesen Irrwegen, so finden wir uns verlässlich wieder in Uniformität, Besitz, Konsum, Karriere, Geschlechterklischees und Eigensucht.

Die heutige Welt ist da aus meiner Sicht an einem Punkt der maximalen Losgelöstheit vom wahrhaft Wichtigen. Unser Planet ist von seinen Menschen zu einer Umgebung gemacht geworden, in der alles als Wirtschaftsfaktor gerechnet wird, einschließlich unserer eigenen Leben. Heutzutage werden Luft, Wasser, Erde und alles Leben quantifiziert und in Big Data Modellen ob der wirtschaftlichen Effizienzsteigerung gerechnet. Stetes Wachstum und Konsum als Garanten für die Gesundheit des Systems werden propagiert, gefolgt von der Irreführung, dieses sei die Basis für unser persönliches immerwährendes Glück. Kapitalismus und zwangsläufige Ausbeutung von belebter und unbelebter Natur sollten für den Menschen als Denkfehler erkannt und vom Tisch sein, doch gehen die Dinge in gleicher Manier einfach weiter. Wirtschaft und Politik machen uns immerfort weis, glücklich werde man in diesem oder in jenem Stereotyp vom Konsumwesen. Trug und Distraktion zerren uns also dergestalt von uns selbst weg, schieben uns hinfort von der in uns befindlichen unerschöpflichen Quelle des Glücks.

Und jetzt Yoga

Leider erst nach bald einem halben Jahrhundert Lebenszeit bin ich auf die Lehren des Siddhartha Gautama gestoßen, welcher gemeinhin als Buddha bezeichnet wird. Buddha wird von mir nicht als Heiliger verehrt, das soll kurz klargestellt werden. Gleichwohl sind seine Lehren von universeller Schlüssigkeit und letztlich heiliger Prägung.

So spät also und doch früh genug bin ich auf Yoga und kurz darauf auf Buddha gestoßen. Es sollte vermutlich so lange dauern. Möglicherweise musste ich erst empfänglich werden. Und jetzt Yoga. Der letzte halbe Satz hat auf mich vor meinem persönlichen Hintergrund eine starke emotionale Wirkung.

Jahrhunderte vor, vielleicht auch Jahrhunderte nach Beginn unserer modernen Zeitrechnung, so genau lässt sich das nicht bestimmen, lebte der indische Gelehrte Patanjali. Auf ihn ist das Yogasutra als Ursprungstext des Yoga zurückzuführen. Das erste Kapitel besteht aus diesem einen halben Satz: „Und jetzt Yoga.“ Diese gewichtige kurze Formel  bedeutet: Yoga kann nur ernsthaft angegangen werden, wenn man dazu bereit ist.

Leidet man dauerhaft, spürt man, dass die Dinge nicht stimmen, sucht man nach einem Ausweg, dann ist die Bereitschaft gegeben.

Sind wir versucht, unser eigenes Glück an Dingen in unserer Umgebung und an unserem äußeren Leben festzumachen,  so wird das nur ganz schwerlich und allein temporär etwas mit dem Glück. Schließlich werden die eigene Lebenswelt wie auch die Welt als Ganzes aller Voraussicht nach nie einem Ideal entsprechen. Yoga weist hier den spirituellen Pfad. Neben den körperlichen Asanas ist Yoga eine komplette Wissenschaft, welche in ihrer Implikation die Wahrnehmung verändert, Glück und Friedfertigkeit bringt und letztlich die Welt konsequent positiv beeinflusst.

Veganer kennen das gute Karma bereits

Mit gewisser Wahrscheinlichkeit bist Du Leser von gurunest.com bereits vegan. Ich muss es Dir eigentlich nicht sagen, aber die anderen Besucher wird es interessieren. Veganes Leben macht glücklich. Warum man das so einfach sagen kann? Nun, der Entschluss zum veganen Leben ist ein Ausdruck von Autarkie, Mündgkeit und Intelligenz. Alles am veganen Sein ist richtig und gut. Sklaverei und Tyrannei an unseren Mitlebenwesen werden von uns Veganern nicht weiter gestützt, die Ökosphäre unseres Planeten profitiert, unsere Gesundheit profitiert und eine tiefe moralische Schuld fällt weg. Jede einzelne rein pflanzliche Mahlzeit erlebe ich bewusst und sie lässt mich Glück verspüren. Dieses Glück und die daraus resultierende Friedfertigkeit kommen nicht von außen. Dieses Glück kommt aus meinem Selbst. Mein Entschluss zur veganen Ernährung bedeutet Glück für mich. Richtiges zu tun kennt die starke Verknüpfung mit dem Glück, das scheint mir ein übergeordnetes kosmisches Prinzip. Zwangsläufig machen mein inneres Glück und meine daraus erwachsende innere Friedfertigkeit die Welt ein gutes und wichtiges Stück besser.

Yoga praktizieren, Yoga studieren

Liebe Leute, praktiziert Yoga! Fangt mit den Asanas an, bitte unter der Leitung eines kundigen Yogi und macht ruhig eine Weile in einer örtlichen Yogaschule mit. Wiederholt die gelernten Übungen täglich zu Hause. Ihr werdet immer mehr von Eurem neuen starken und flexiblen Körper profitieren. Atemtechniken und Meditation werden der Türöffner zu aller Spiritualität. Vergesst bitte nicht, dass Asanas für sich allein verschwendetes Potential bleiben. Es gibt sie da draußen, diese reinen Lifestyle Yoga Studios.

Seid Ihr in einer solchen Yogaschule, in welcher der Fokus auf den Asanas liegt, dann besorgt Euch Literatur, beseht Euch online zur Verfügung stehendes Material. Bleibt intelligent und kritisch, aber lasst Euch spirituell erwecken.

Für heute sind wir durch. Darum sei nur kurz auf die üblichen Nebenwirkungen durch Yoga in Gang gebrachter spiritueller Entwicklung hingewiesen: Gesundheit, Glück, Friedfertigkeit und nach oben gezogene Mundwinkel.

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